Diagnose

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Krankheitsverlauf

Grading

Eine wichtige Frage für den weiteren Verlauf Ihrer Erkrankung und die Wahl einer individuell angepassten Therapie ist: Wie aggressiv ist der Tumor? Dies lässt sich unter anderem durch eine Gewebeentnahme (Biopsie) aus der Prostata und einer nachfolgenden mikroskopischen Untersuchung der dabei gefundenen Tumorzellen abklären.

Bei dieser Bewertung wird der nach seinem Entwickler benannte Gleason-Score erhoben, eine Skala, die den Medizinern hilft, den Grad der Aggressivität des Tumors einzuschätzen. Ein niedriger Gleason-Score ist ein Hinweis darauf, dass der Krebs eher langsam wächst. Ein hoher Gleason-Score hingegen lässt vermuten, dass ein aggressiver Tumor vorliegt, mit der Tendenz schnell zu wachsen und Metastasen zu bilden.

Krankheitsverlauf

Gleason-Score

Tumorzellen unterscheiden sich von normalen Prostatazellen. Je mehr das Gewebe in Aussehen und Anordnung von Zellen einer gesunden Prostata abweicht, umso aggressiver wird der Tumor eingeschätzt. Diese Unterscheidung lässt sich nach Gleason in 5 Grade einteilen.

1 steht für: Gut ausgereifte (differenzierte) Zellen, die dem gesunden Gewebe sehr ähnlich sehen. 5 steht für: Wenig ausgereifte (differenzierte) Zellen, die sich vom gesunden Gewebe deutlich unterscheiden. Es kann vorkommen, dass innerhalb eines Tumors verschiedene Abstufungen – also Bereiche mit ausgereifteren und solche mit weniger ausgereiften Zellen – vorkommen. Daher werden die beiden am häufigsten vorkommenden „Zellmuster“ ermittelt und deren Grade (z. B. 3 + 4 = Gleason-Score 7) zusammengezählt. Mindestens kann sich daher ein Gleason-Score von 2 (= niedriges Risiko) bis maximal 10 (= hohes Risiko) ergeben. Liegt der Gleason-Score unter 7, kann von einem niedrigen Risiko ausgegangen werden. Bei Werten ab 8 hingegen ist die Prognose ungünstig.

Gleason-Score

Weiterführende Untersuchungen

Durch weiterführende Untersuchungen lässt sich feststellen, ob der Prostatakrebs lokal begrenzt oder lokal fortgeschritten ist, oder bereits in andere Organe gestreut hat. Dieser Verdacht liegt nahe, wenn z. B. ein Gleason-Score von 8 oder mehr vorliegt und/oder der Tumor deutlicher tastbar ist (Stadium T3 – T4). Zunächst werden bildgebende Verfahren wie u. a. Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) eingesetzt, um z. B. im Beckenbereich nach auffällig vergrößerten Lymphknoten zu suchen. Eine sogenannte Skelettszintigrafie wird empfohlen bei einem PSA-Wert über 10 ng/ml, einem Gleason-Score von mehr als 8, dem Tumorstadium T3/4 oder Knochenschmerzen.

Magnetresonanztomografie

Bei der Magnetresonanztomografie (MRT) werden zur Bildgebung starke magnetische Felder benutzt. Die Untersuchung ist schmerzlos. Sie liegen dazu in einer Röhre, die zwar im Durchmesser recht groß ist, dennoch aber bei manchen Menschen Beklommenheit auslösen kann. Sprechen Sie Ihren Arzt aktiv an, wenn Sie unsicher sind, was Sie erwartet. Er wird Ihnen im Vorfeld genau erklären, wie die Untersuchung abläuft und kann mögliche Bedenken ausräumen.

Computertomografie

Die Computertomografie (CT) ist eine moderne Form des Röntgens. Hierbei wird ein bestimmtes Areal aus verschiedenen Richtungen mit einer geringen Strahlenbelastung geröntgt. Die so gewonnenen Daten werden von einem Computer zu einem räumlichen Bild zusammengesetzt. Die CT-Untersuchung ist wie das MRT schmerzlos.

Skelettszintigramm

Metastasen, die sich im Skelett ansiedeln, zerstören Knochengewebe. Der Körper versucht, durch Knochen aufbauende Zellen, die schadhaften Stellen wieder zu reparieren. Mit einem Szintigramm lässt sich diese verstärkte Zellaktivität bildlich genau darstellen. Dies geschieht mithilfe einer schwach radioaktiven Substanz, die in eine Armvene gespritzt wird. An den Stellen, wo eine Knochenreparatur stattfindet, wird diese Substanz vermehrt eingelagert. Mit einer speziellen Kamera können im nächsten Schritt die radioaktiven Einlagerungen und damit die Existenz von Metastasen im Knochengewebe nachgewiesen werden. Die Untersuchung ist schmerzlos, aber mit einer geringen Strahlenbelastung verbunden.

Skelettszintigramm

Risikoabschätzung

Der weitere Verlauf der Krankheit und damit eine (Nicht-)Behandlung lässt sich durch die vorangegangenen Diagnoseschritte in etwa abschätzen. Je höher die Werte beim Grading (Gleason-Score), Staging (Tumorstadium = TNM-Kategorien) und PSA-Wert bzw. dessen Verdoppelungszeit, desto eher gehen Ärzte davon aus, dass der Tumor aggressiv ist. Die von den Ärzten dabei herangezogene Tabelle zur Risikoabschätzung lässt eine Einteilung in niedrige, mittlere und hohe Aggressivität des Tumors zu.

Risikoabschätzung: Beispiel lokal begrenzter Prostatakrebs

Ein lokal begrenzter Prostatakrebs kann weniger aggressiv sein, das heißt, der Patient hat im Laufe seines Lebens keine oder nur wenige Beschwerden. Andererseits kann sich ein lokal begrenzter Tumor aber auch aggressiv verhalten. In diesem Fall muss damit gerechnet werden, dass er schnell wächst und Metastasen bildet.

Risikoabschätzung
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Wichtig zu wissen: Diese Tabelle ist zunächst nur eine Statistik, die aussagt, wie der Tumor sich wahrscheinlich weiterhin verhält. Diese Vermutung muss nicht mit Ihrem persönlichen Krankheitsverlauf übereinstimmen.

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