Lebensführung

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Initiative zeigen

„Was einem Angst macht, muss man vermessen", so der Naturforscher Alexander von Humboldt.

Und das trifft auch im übrigen Leben zu, denn wer gut informiert ist, kann auch mit Sorgen und Ängsten anders umgehen – nicht zuletzt mit einer Erkrankung wie Krebs. Hier können Zahlen und Fakten rund um die Erkrankung einen großen Beitrag leisten, sich mit der Diagnose und der Therapie auseinanderzusetzen. Scheuen Sie auch nicht das offene Gespräch mit Ihrem behandelnden Onkologen/Urologen und dem medizinischen Fachpersonal, von denen Sie bestmögliche Unterstützung erhalten werden.

Auch die Begegnung mit anderen Betroffenen kann für Sie und Ihre Angehörigen hilfreich sein. Neben gegenseitiger Unterstützung ist der Erfahrungsaustausch dabei ein sehr wichtiges Element. Hier erfahren Sie entscheidende Tipps und Empfehlungen z. B. zum Umgang mit Nebenwirkungen, zu krankheitsbedingten Folgen oder staatlicher Unterstützung.

Der rege Austausch und die sozialen Kontakte innerhalb einer Selbsthilfegruppe stärken zudem Ihr Selbstvertrauen, geben Kompetenz im Umgang mit der Erkrankung und helfen, professionelle Dienste gezielter in Anspruch zu nehmen. Weiterhin ist eine Selbsthilfegruppe auch eine Neuigkeitsbörse, die über aktuelle medizinische Erkenntnisse und Therapien oder wichtige Änderungen in der Sozialgesetzgebung Auskunft geben kann.

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Eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe finden Sie unter anderem beim Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e. V.

Bewegung und Sport

In Studien konnte bereits gezeigt werden, dass Sport und regelmäßige körperliche Aktivität nicht nur das Risiko senken, an Krebs zu erkranken, sondern auch den Erfolg einer Krebstherapie positiv unterstützen können. Durch Sport kann auch das Risiko eines Rückfalls (Rezidiv) gesenkt werden. Je höher die körperliche Fitness und allgemeine Leistungsfähigkeit, umso besser können Patienten die Therapien und mögliche Folgen vertragen. Bewegung ist zudem hilfreich, um Krankheiten oder Beschwerden zu begegnen, die oftmals mit einem Krebsleiden (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen) oder mit dessen Behandlung (anhaltende Müdigkeit, die sogenannte Fatigue) einhergehen.

„Aller Anfang ist schwer“

Wie jedem Menschen, der nicht alltäglich Sport treibt, fällt es auch vielen Krebspatienten häufig schwer, regelmäßig körperlich aktiv zu werden oder Sport zu treiben.

Vielleicht hilft Ihnen hierbei der Gedanke, dass nicht die Leistung zählt, sondern die Belohnung im Sinne einer höheren Belastbarkeit und Lebensqualität.

Des Weiteren können Sie sich durch regelmäßige Bewegung oder Sport mit Gleichgesinnten in einer spezialisierten Sportgruppe für Krebskranke motivieren. Falls sich solche Einrichtungen nicht in Ihrer Nähe befinden, können Sie auch mit Ihrem Partner oder Freunden aktiv werden. Empfohlen wird eine Mischung aus mäßigem Kraft- und Ausdauertraining, wobei es ratsam ist, sich vor Beginn durch den Arzt hinsichtlich Belastbarkeit und Sportart beraten zu lassen.

Ernährung

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann das Risiko mindern, an Krebs zu erkranken, zum anderen können Sie damit auch die Behandlung günstig beeinflussen. Empfohlen wird eine asiatisch-mediterrane Küche, d. h. vermehrt Vollkornprodukte, Obst und Gemüse und weniger tierische Fette, Salz und Zucker. Obwohl es keine Antikrebs-Diät gibt, können bestimmte Lebensmittel einen positiven Effekt auf Ihren Erkrankungsverlauf ausüben. Dazu zählen unter anderem Tomaten, Soja-Produkte und Fisch.

Falls Sie mit einer Hormonentzugstherapie behandelt werden, sollten Sie zudem auf ein Körpergewicht im Normalbereich achten. Bei bestehendem Übergewicht ist es ratsam, lieber Schritt für Schritt abzunehmen, anstatt durch eine strenge Diät den Körper zusätzlich zu belasten.

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Übrigens: Bei einer Hormonentzugstherapie nimmt häufig die Knochendichte ab, daher ist eine Vitamin D- und kalziumreiche Ernährung wichtig.

Reisen

Eine Krebserkrankung sollte kein Hindernis für Ihre Urlaubsplanung darstellen. Ob vor Beginn der ersten Therapie oder nach einer abgeschlossenen Behandlung: Eine kleine Auszeit kann gut für Ihr Wohlbefinden sein. Vor Antritt einer Reise sollte ein vertrauensvolles Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt erfolgen.

Eine Auszeit vor Beginn einer Therapie

Vor Beginn einer Behandlung kann eine Reise – quasi als Stärkung – dann sinnvoll sein, wenn damit Ihr Therapieerfolg nicht negativ beeinflusst wird. Im Rahmen der Planung sollte daher insbesondere über das Reiseziel nachgedacht werden. Hier stellt sich die Frage, wie die medizinische Versorgung vor Ort aussieht und ob im Falle einer Behandlung private Kosten entstehen.

Reiseplanung nach einer kürzlich abgeschlossenen Behandlung

Nach einer abgeschlossenen Behandlung ist Ihr Körper häufig noch geschwächt und benötigt einige Zeit, um wieder zu Kräften zu kommen. Um die körperliche Belastbarkeit, z. B. durch lange Fahrten oder große Hitze, besser einschätzen zu können, ist es ratsam, schon vor der eigentlichen Reiseplanung Ihren Arzt zu Rate zu ziehen. Dieser kann hilfreiche Empfehlungen geben, was beispielsweise beim Transport von Medikamenten zu berücksichtigen ist.

Medikamente im Urlaub

Vor Antritt der Reise sollte mit Ihrem Arzt besprochen werden, welche Medikamente benötigt werden. Auch die vor Ort herrschenden klimatischen Bedingungen sollten dabei berücksichtigt werden, da manche Medikamente kühl gelagert werden müssen. Es empfiehlt sich, den Beipackzettel mit sich zu führen. Außerdem ist es ratsam, einen kleinen Vorrat an Tabletten im Handgepäck zu transportieren, um bei einer verzögerten Anreise oder Verlust des Koffers eine Notreserve zu haben. Wichtig ist auch, zu wissen, ob die Medikamente problemlos in das Urlaubsland eingeführt oder bei Bedarf in der örtlichen Apotheke eingekauft werden können. Ein Blick in die Zollbestimmungen des Reiseziels kann dabei helfen.

Infektionsrisiko und Impfungen

In manchen Ländern empfiehlt es sich, neben allgemeinen Hygienemaßnahmen, sich vor Antritt der Reise gegen bestimmte Erkrankungen impfen zu lassen. Dies ist in der Regel problemlos möglich, solange eine Behandlung, die das Immunsystem beeinträchtigt (z. B. eine Chemo- oder Strahlentherapie), bereits längere Zeit zurückliegt. Falls Sie erst kürzlich eine Chemo- oder Strahlentherapie erhalten haben, sind Sie einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Hier sollte bei kritischen Ländern generell über ein anderes Reiseziel nachgedacht werden.

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